Mit
El Niño bezeichnet man eine Erwärmung mit großer Schwankungsbreite des oberen Ozeans im gesamten tropischen Pazifiks, die im Mittel etwa alle vier Jahre auftritt. Das Wort "El Niño" stammt aus dem Spanischen und heißt übersetzt "Das Christkind". Es wurde von den peruanischen Küstenfischern bereits im letzten Jahrhundert geprägt.
Diese beobachteten, dass alljährlich zur Weihnachtszeit die Meeresoberflächentemperatur anstieg, was das Ende der Fischfangsaison markierte, und die Fischer belegten zunächst dieses jahreszeitliche Signal mit dem Wort El Niño.
In einigen Jahren allerdings war die Erwärmung besonders stark, und die Fische kehrten auch nicht wie sonst üblich am Ende des Frühjahrs wieder. Diese besonders starken Erwärmungen dauern typischerweise etwa ein Jahr lang an. Heute werden nur noch diese aussergewöhnlichen Erwärmungen mit El Niño bezeichnet, welche in unregelmässigen Abständen von einigen Jahren (im Mittel etwa alle 4 Jahre) wiederkehren.
Der großskalige Charakter der Erwärmung ist deutlich messbar und erstreckt sich etwa über ein Viertel des Erdumfangs in Äquatornähe. Das für El Niño typische Erwärmungsmuster besitzt die stärksten Temperaturerhöhungen im äquatorialen Ostpazifik, mit Anomalien von über 5
oC vor der Küste Südamerikas.
Mit El Niño gehen auch Veränderungen in der Meeresoberflächentemperatur in anderen Regionen einher, wie z. B. eine Erwärmung des tropischen Indischen Ozeans oder eine Abkühlung des Nordpazifiks. Letztere werden durch eine veränderte atmosphärische Zirkulation in diesen Gebieten als Folge der El Niño-Erwärmung im tropischen Pazifik hervorgerufen.
El Niño hat eine Schwester, "La Niña" genannt. Unter La-Niña - Bedingungen verschärft sich der Temperaturkontrast längs des Äquators, und es bildet sich eine weit nach Westen reichende Kaltwasserzunge aus. Das bedeutet erhöhte Niederschläge über dem westlichen Pazifik und Teilen Südostasiens, für das westliche Südamerika hingegen ungewöhnlich trockene Verhältnisse. Bei einem La Niña laufen die Prozesse im wesentlichen mit umgekehrtem Vorzeichen wie beim El Niño Ereignis ab.
Und eine weitere Kausalität ist hier zu berücksichtigen, damit man das Ganze versteht: Die
Southern Oscillation (Der Wellenmechanismus, kurz ENSO)
Die
'Southern Oscillation' stellt eine Art Druckschaukel zwischen dem südostasiatischen Tiefdruckgebiet und dem südostpazifischen Hochdruckgebiet dar und bestimmt die Stärke der Passatwinde längs des Äquators im Pazifik. Man weiss inzwischen, dass und wie sich die Oberflächentemperatur des äquatorialen Pazifiks mit der Stärke der Passatwinde ändert. Unter dem Einfluss der Passatwinde quillt vor der Küste Südamerikas und längs des Äquators im östlichen Pazifik kaltes Wasser an die Meeresoberfläche, was die relativ niedrigen Meerestemperaturen in dieser Region verursachen.
Eine anfängliche Erwärmung des Ostpazifiks und, damit verbunden, ein verminderter Ost-West-Gegensatz der Temperatur dämpfen die Südliche Oszillation: Der Luftdruck über dem westlichen Pazifik steigt, während er über dem östlichen Pazifik sinkt - was die Passatwinde und damit den Auftrieb kalten Wassers im östlichen Pazifik abschwächt. Dadurch steigt die Oberflächentemperatur in dieser Meeresregion noch weiter an. Schliesslich gipfelt diese Art von instabiler Wechselwirkung zwischen Ozean und Atmosphäre in einem El Niño-Ereignis mit ungewöhnlich hohen Temperaturen im Ostpazifik und einem "Einschlafen der Passatwinde". Analog dazu entwickelt sich ein La Niña-Ereignis, wobei die Prozesse jedoch mit umgekehrtem Vorzeichen ablaufen.
Nun erklärt diese positive Rückkopplung zwischen Ozean und Atmosphäre zwar das Wachstum und die Verstärkung einer anfänglichen Störung, nicht aber die oszillatorische Natur der Schwankungen im äquatorialen Pazifik. Der Grund für die Phasenumkehr, also für das Umschwingen von einem El Niño- in einen La Niña-Zustand, liegt in der Wanderung langer
ozeanischer Wellen längs des Äquators.
Flauen die Passatwinde während eines El-Niño-Ereignisses ab, hat das zunächst direkte Folgen für den Ostpazifik: der Auftrieb kalten Wassers wird gedämpft und dadurch eine weitere Erwärmung gefördert. Hinzu kommt aber noch ein indirekter Effekt: Durch die abgeschwächten Passatwinde entstehen im Westpazifik Wellen, die mit verstärktem Auftrieb von kaltem Wasser an die Oberfläche einhergehen. Im Ostpazifik angekommen, kühlen diese Wellen die Wassermassen ab und leiten den Umschwung zu einem La Niña-Ereignis ein.
Die Wanderung solcher ozeanischer Wellen lässt sich anhand von Temperaturmessungen der oberen 500-Meter-Schicht verfolgen. So konnte man bereits im Dezember 1996, ein halbes Jahr vor dem Einsetzen des letzten El Niños, in etwa 100 bis 200 Metern Tiefe im Westpazifik eine warme Anomalie ausmachen, die langsam ostwärts wanderte. Sie erreichte im April 1997 den Ostpazifik; vier Monate später hatte sich dort die Meeresoberfläche bereits stark erwärmt und El Niño war in vollem Gang. Die dadurch abflauenden Passatwinde verursachten wiederum Störungen im Westpazifik, verbunden mit ungewöhnlich niedrigen Temperaturen in der Tiefe. Dieses anomal kalte Wasser bewegte sich nach Osten und löste hier eine La Niña Phase aus.
Wegen der engen Verbindung zwischen dem El Niño und der Southern Oscillation spricht man heute im allgemeinen vom El Niño/Southern Oscillation (ENSO) Phänomen.
Während der Einfluss von El Niño auf zahlreiche Regionen der Erde, insbesondere in tropischen Breiten nachgewiesen ist , wie etwa verstärkter Niederschlag in Teilen Südamerikas und Dürre in Südostasien, gibt es noch Unsicherheiten in der Bestimmung der Fernwirkung El Niños auf Europa, denn langfristige Beobachtungen der Großwetterlagen im Bezug auf Europa sind derzeit nur an wenigen Punkten der Erde als Datenmaterial vorhanden.
Fazit: bislang kann man nicht mit Sicherheit sagen, welche Auswirkungen die Wetterphänomene haben und von Flucht kann sicherlich nicht die Rede sein. Man wird sich aber in Zukunft etwas besser auf die veränderten Wetterlagen einstellen müssen. Im übrigen sehen Sie im Anhang eine Liste der bekannten Katastrophen, zumindest auszugsweise. Und eines muss klar sein: früher gab es diese Katastrophen auch schon, lange vor der Erfindung von Autos und echter industrieller Nutzung, wobei die hausgemachten Einflüsse sicherlich nicht von der Hand zu weisen sind.
Daten ab 1501 zu Katastrophen in Spanien (Auszug aus der Lister der Sachversicherer und soweit aufgezeichnet.
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1501 |
Viele Überschwemmungen das ganze Jahr. "Eine Art von Sintflut das ganze Jahr" |
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1513/14: |
Sehr kalter Winter (kältester des Jahrtausends ?) Endloser Frost |
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17.1.1515 |
Überschwemmungen in ganz Europa. Tausende Tote. |
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1540 |
Gewaltige Trockenheit in Mitteleuropa. Monatelang kein Regen. Vermutlich das
trockenste Jahr in Mitteleuropa überhaupt. Tausende Tote, keine Ernte |
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1570 |
Gewaltiges Regenjahr, das ganze Jahr Überschwemmungen quer durch Europa
kleine Eiszeit: viele kalte Winter .Im 16.Jhrdt: insgesamt 17 zu kalte Winter(20.Jhrdt: 8) oft Dürre in Russland (Hochdruck) |
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Dez. 1641 |
große Überschwemmungen in Italien, viele Schäden, Tote |
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1651 |
wohl extremst feuchtes Jahr in ganz Europa, Hungersnot |
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22.9.1661 |
Überschwemmungen in Spanien. In Malaga 3.000 eingestürzte Häuser, Tausende Tote |
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1719 |
Sommer: Dürre und Hitze Europa: Ausgetrocknete Flüsse |
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Juli 1923 |
Unwetter in Nordostspanien, Überschwemmungen, Verwüstungen |
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27.11.1927 |
Unwetter Südeuropa, viele Tote |
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Jan./Feb. 1929 |
Kältewelle in ganz Europa, bis –50°, Frost Mittelmeer, alle Flüsse zugefroren, auch Rhein überall. "Jahrhundertwinter" |
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Apr./Mai
1947 |
Sommerwetter bis 30°, Hitze-Rekorde, Mittelmeer kalt (Madrid 14°) |
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1952 |
nach mildem Januar verspäteter Winter, Europa erstickt im Schnee, viele Tote
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27.9.1960 |
Überschwemmungen in NO-Spanien, bes. bei Barcelona; fast 500 Tote. |
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3.1.1961 |
48 Stunden anhaltender Starkregen Südfrankreich, schwerste Über-
schwemmungen, Städte und Dörfer unter Wasser, Spanien Ebro-Hochwasser,
5.000 Obdachlose |
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Jan. 1962 |
Kältewelle England, in Deutschl. frühlingshaft, Spanien Dauerregen, Flut
Indien Kältewelle, Presse: "Wetter-katastrophen überall" |
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26.9.1992 |
Schwere Wolkenbrüche Spanien, 800 Tote, Hochwasser, Staudämme
brechen, ganze Städte und Dörfer überflutet, am schlimmsten nördlich Barcelona |
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18.12.1962 |
Heftige Schneestürme in Nordeuropa, Unwetter und Regen in Südeuropa |
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14.9.1963 |
heftige Wolkenbrüche in Nordspanien, schwere Schäden |
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14.8.1964 |
Heftige Gewitter und Regengüsse am Mittelmeer, Italien und Spanien, Tem-
Peratursturz |
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Ja. / Feb. 1990 |
mehrer schwere Stürme jagen über Europa, Besonderheit ist die rasche
Folge und Häufigkeit, Namen wie "Vivien" und "Wiebke" bleiben in Erinnerung
Alle reden von der Klimakatastrophe und dass es nur noch Stürme geben wird. 10 Jahre später ist klar: das ist so nicht eingetroffen |
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1996 |
kühler Sommer, 18.7. 0° Husum, 19./20.7. Bodenfrost bis –2° (Rekord)
September: heftiger Regen Südspanien (bis 144mm) |
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27.12.1999 |
Wintersturm Martin über Frankreich und Spanien |
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13.11.2000 |
Unwetter und schwere Regenfälle in Südfrankreich und Spanien |
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8.11.2000 |
Unwetter wüten in ganz Europa |
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15.10.2000 |
Überschwemmungen partiell auch in Spanien |
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5.8.2000 |
Brände in Spanien (überdurchschnittlich)
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5.7.2001 |
HITZE UND UNWETTER IN EUROPA, MINDESTENS NEUN TOTE |
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16.6.2002 |
Stromausfall in Mallorca wg. Überlastung (Hitze und Verbrauch) |
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4.7.2002 |
Überschwemmungen |
[Quelle: red, National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), Washington, D.C., Max Planck Gesellschaft]
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