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 Knoblauch - die tolle Knolle



Was wäre die spanische Küche ohne ihr wichtigstes Gewürz? Wir wollen uns heute ein wenig mit dem Knoblauch beschäftigen, der nicht nur das Essen besser schmecken lässt, sondern auch unserer Gesundheit hilft.

Der zur Familie der Liliengewächse zählende Knoblauch besitzt eine relativ kleine Hauptzwiebel, die mit mehreren, etwa genauso großen Tochterzwiebeln in weißen, häutigen Schalen eingeschlossen ist. Aus der Hauptzwiebel treibt der ungefähr 4 bis 8 mm dicke, stielrunde, kahle, bis zur Mitte beblätterte Blütenschaft. Knoblauch blüht von Juni bis August und kann von dann bis Ende Oktober geerntet werden.

Er stammt aus den Steppen Zentralasiens. Im Zeitalter der großen Seereisen gelangte er nach Amerika und Europa.

Nicht zu überbieten sind die heilenden Kräfte des Knoblauchs, sowie der vorbeugende Schutz.

Allicin im Knoblauch hemmt die Vermehrung von gewissen Krankheitserregern und Parasiten. Mit Hilfe von Knoblauch konnten so schon Infektionen behandelt werden, noch bevor das Antibiotikum erfunden wurde.
Es wirkt auch auf die Verdauung. Speichelfluss, Abgabe von Magensaft und die Darmbewegungen werden angeregt. Krankmachende Bakterien im Darm werden getötet und das Wachstum von Coli-Bakterien (wichtige Darmbakterien des Menschen) wird gefördert. Dadurch wird das Immunsystem gestärkt und Pilzinfektionen vorgebeugt. Nur in seltenen Fällen wird Knoblauch nicht vertragen oder kann sogar allergische Reaktionen hervorrufen.

Knoblauch senkt den Cholesterinspiegel (LDL-Cholesterin) und die Konzentration von Triglyceriden im Blut. Diese Substanzen können sich an den Innenwänden der Arterien ablagern und führen so zu dem Krankheitsbild "Arteriosklerose". Auch Diabetiker dürfen sich freuen, denn Knoblauch hilft dem Insulin bei der Regulation des Blutzuckerspiegels. Außerdem verhindern seine Inhaltsstoffe, dass sich Blutplättchen zusammenlagern und so Blutgerinnsel bilden können - es macht das Blut flüssiger. Die Gefahr von Herzversagen wird bei regelmäßigem Knoblauchgenuß (ca. 1 - 2 Zehen pro Tag) um 25 % gesenkt.

Das Gute darin ist leider auch das "schlechte" daran: Knoblauch verursacht Mund- und Körpergeruch. Wenn die Knoblauchzehe durch Zerschneiden, Pressen oder Kauen verletzt wird, wird ein Enzym freigesetzt, das die anfangs geruchlose und unwirksame Verbindung spaltet. Es entstehen die eigentlichen Wirkstoffe: Allicin und andere schwefelhaltige Abbauprodukte. Sie sind "schuld" am typischen Aroma, entfalten aber auch in unserem Körper eine gesundheitsfördernde Wirkung.

Mythen und Märchen ranken sich um den Knoblauch: Dass Knoblauch Vampire vertreibt, ist allgemein bekannt, und dass eine Zehe in der Tasche den bösen Blick abwehrt, glaubt von Indien bis Spanien.
Es ist nicht von der Hand zu weisen: Der Knoblauch im eigenen Garten ersetzt den Arzt und hält das Böse fern. Und es ist so einfach:
Knoblauch ist eine anspruchslose Pflanze. Sie lebt lieber auf dem Trockenen. Ein sonniges Plätzchen und wenig Wasser und sie ist glücklich. Zum Pflanzen stecken Sie die Zehen oder Brutzwiebeln vier bis fünf Zentimeter tief in den Boden, in Reihen mit 25 cm Abstand. Den Boden vorher etwas auflockern und möglichst nicht düngen. Der Knoblauch schützt den Garten vor Wühlmäusen und anderen Schädlingen. Als Pflanzenbrühe angesetzt erhält man einen biologischen Dünger!
Knoblauch- Präparate sind grundsätzlich eine Alternative zum frischen Knoblauch und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Irrig ist anzunehmen, dass diese Mittel nicht riechen. Aber immer daran denken, nur wenn's riecht, dann wirkt´s.

Der frische Knoblauch kommt in Spanien hauptsächlich aus der Mancha. Dort werden 200 000 Tonnen produziert, und nur 1/5 exportiert. Der Spanier isst im Jahr 1 ½ Kilo Knoblauch. In Las Pedroneras wird im September das Erntefest gefeiert, wenn der Geruch des Gewürzes über dem ganzen Land zu hängen scheint. Die schönsten und saftigsten Knollen werden zu den typischen Zöpfen verarbeitet, die immer wieder gerne als Souvenir aus Spanien mitgebracht werden. Die anderen Knollen werden in Öl und Kräutern eingelegt oder zu diversen anderen Produkten (Saucen, Marinaden) verarbeitet.
Wenn Sie regelmäßig unseren Rezepte ausprobieren, haben Sie schon viele Knollen verarbeitet. Denn Knoblauch gehört zu den drei wichtigsten Zutaten in der Spanischen Küche: Brot, Olivenöl und Knoblauch.

Viel Spaß beim Nachkochen unserer Knoblauch - Rezepte. Und als Tipp: Laden Sie alle Ihre Lieben zum Essen ein, denn dann stinkt`s keinem...

Sopa des Ajos
(Knoblauchsuppe)
250 altbackenes Weißbrot
6 EL Olivenöl
6 -8 Knoblauchzehen gehackt
je 1 TL scharfes und süßes Paprikapulver
Salz 1 l Fleischbrühe
4 Eier

Das Weißbrot würfeln. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Brotwürfel darin goldbraun anbraten lassen. Den Knoblauch hinzufügen und etwas Farbe annehmen lassen. Mit Paprikapulver und Salz würzen und die Fleischbrühe angießen. Zugedeckt 15 min köcheln lassen. Die Suppe auf 4 Tonschalen erteilen. In jede Schale vorsichtig ein Ei gleiten lassen und im vorgeheizten Backofen bei 200 ° C ca. 10 min stocken lassen. Die Suppe sehr heiß servieren.

Ajo blanco
(Kalte Knoblauch-Mandel-Suppe)
2 Scheiben spanisches Weißbrot
150 g geschälte Mandeln
3 geschälte Knoblauchzehen
½ bis 1 TL Salz
8 EL Olivenöl
2-3 EL Sherryessig
250 g weiße kernlose Trauben

Das Weißbrot einige Minuten in etwas Wasser einweichen. Die Mandeln mit dem Knoblauch, etwas Salz und dem abgetropften Brot im Mixer pürieren. Nach und nach das Öl und zuletzt den Essig dazugießen. Je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Wasser hinzufügen. Die Suppe mit Salz und Essig abschmecken und durch ein Haarsieb passieren. In Suppenteller füllen und mit den Trauben garnieren.

Alioli
3 große Knoblauchzehe
¼ bis ½ TL Salz
1/8 bis ¼ l Olivenöl
Zitronensaft nach Wunsch

Knoblauch und Salz in einem Mörser zu einer homogenen Masse zerstampfen. Dann das Olivenöl zuerst tropfenweise, dann in einem dünnen Strahl unverständigem Rühren einarbeiten, so dass eine dickliche Paste entsteht. Nach Geschmack mit einigen Tropfen Zitronensaft abschmecken.
Man serviert Alioli zu verschiedenen Reis- und Fischgerichten, aber auch zu gegrilltem Fleisch und Gemüse. ebenfalls eignet sich Alioli als Grundlage für eine Salatsoße.

Conejo al ajillo
(Knoblauchkaninchen)
1 Kaninchen küchenfertig, in kleine Stücke zerlegt
Salz und Pfeffer
¼ Olivenöl
6 Knoblauchzehen in feine Scheiben geschnitten
100 ml Weißwein

Kaninchenteile kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. 2/3 des Olivenöls in der Pfanne erhitzen und Kaninchenteile darin portionsweise anbraten. Dann in einen Tontopf geben. Knoblauchscheiben im restlichen Olivenöl hell anschwitzen Knoblauch mit dem Öl über das Kaninchen geben, und den Wein angießen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 ° C ca. 15 min garen. Dazu kann man eine frische selbst gemachte Mayonnaise reichen ( s. Rezept Alioli).

Viel Spaß beim Ausprobieren wünscht Ihnen die Redaktion



[red]










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